Forschung
Magnetische Flüssigkeiten - Ferrofluide
Magnetorheologische Flüssigkeiten (MRF)
Superparamagnetische Stoffe, die mit ihren rheologischen Eigenschaften
reversibel auf das Anlegen eines Magnetfeldes reagieren, nennt man magnetorheologische
Flüssigkeiten (Abkürzung: MRF). Es sind Suspensionen bestehend aus einer Trägerflüssigkeit,
Stabilistator und ferromagnetischen Feststoffpartikeln, mit einem Durchmesser
von 1-10 µm und einem Volumenanteil von 20-60 %. Als Basisflüssigkeit
werden meist isolierende Silikon- oder synthetische Öle eingesetzt.
Ohne den Einfluss eines magnetischen Feldes sind magnetorheologische Flüssigkeiten dünnflüssig.
In ein Magnetfeld eingebracht kommt es zu einer scheinbaren Erhöhung
der Viskosität. Der Fließwiderstand der Flüssigkeit ändert
sich innerhalb von Millisekunden. Die ferromagnetischen Partikel verankern
sich und bilden kettenartige Strukturen parallel zu den Magnetfeldlinien.
Man kann die magnetorheologische Flüssigkeiten jetzt als Festkörper bezeichnen.
Die magnetorheologische Flüssigkeit wird zu den nichtnewtonschen
Flüssigkeiten gezählt. Das Verhalten kann durch einen Bingham-Festkörper
beschrieben werden, bei dem die Fließgrenze mit wachsender Feldstärke
zunimmt. Die übertragbaren Schubspannungen können durch das Magnetfeld
beeinflusst werden. Befinden sich die Feldlinien des Magnetfeldes
senkrecht zur Strömungsrichtung liegt die typische Viskosität
bei einigen Pas. Die Basisviskosität und die relative Permeabilität
sind temperaturabhängig und nehmen mit wachsender Temperatur ab. Die
relative Permeabilität μr kann einen Wert von 5 erreichen.
In den letzten Jahren wurden Nano-MRF entwickelt. Der Unterschied zu
"normalen" MRF liegt im Durchmesser der Feststoffpartikel. Die ferromagnetischen
Teilchen in Nano-MRF haben einen Durchmesser von nur 30 nm. Sie sind im
Vergleich zu anderen MRF sehr sedimentations- und alterungsstabil. Zusammenfassend
kann man zu magnetorheologische Flüssigkeiten sagen: Je größer die Permeabilität der
Flüssigkeit, umso kleiner kann der Magnet ausfallen und je mehr Strom
fließt, umso schneller reagiert das System.
Zur Zeit werden magnetorheologische Flüssigkeiten hauptsächlich
in Dämpfern, Kupplungen, Motorlagern und Bremsen eingesetzt.
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